«Belastend»: Löw besorgt wegen Armut im Land
26.02.2025
Der frühere Fußball-Bundestrainer Joachim Löw zeigt sich besorgt über die sozialen Verhältnisse in Deutschland. Es habe ihm Freude gemacht, Mittagessen auszugeben, sagte der Weltmeister-Coach von 2014 bei einer Hilfsaktion in der Stuttgarter Vesperkirche. «Auf der anderen Seite ist es auch belastend, wenn man sieht, wie viele Leute an der Armutsgrenze sind in unserem Land. Das macht schon auch nachdenklich.»
Der 65-Jährige nahm als Kuratoriumsmitglied der Stiftung des VfB Stuttgart am Besuch der Vesperkirche teil. Dort ist der Bundesligist, mit dem Löw als Trainer 1997 DFB-Pokalsieger wurde, bereits seit zehn Jahren zu Gast. Der VfB wisse, dass man auch etwas im sozialen Bereich tun müsse, erklärte er.
Im Gebäude der Leonhardskirche in der Innenstadt werden seit dem 19. Januar und noch bis 8. März täglich rund 700 Essen an arme und bedürftige Menschen ausgegeben. Zudem erhalten sie dort unter anderem medizinische Hilfe und können sich die Haare schneiden lassen.
Wohlgemuth: Blick auf soziale «Schere» richten
«Das ist ein Eintauchen in die Welt der Schicksalsschläge und der Armut», sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. «Wenn man hier ist, kann man die eigene Realität besser einordnen», ergänzte er mit Blick auf das Millionen-Geschäft Profifußball. Die soziale und wirtschaftliche «Schere» im Land gehe immer weiter auseinander. «Wir sollten den Blick dafür behalten - auch aus unserer Blase heraus.»
Für den deutschen Vizemeister nahmen unter anderem auch Trainer Sebastian Hoeneß, Vorstandschef Alexander Wehrle, Interimspräsident Dietmar Allgaier sowie die Nationalspieler Deniz Undav und Angelo Stiller an der Aktion teil und halfen bei der Essens- und Getränkeausgabe. Zudem übergab der Verein laut Wehrle einen Spendencheck über 50.000 Euro, die bei verschiedenen Gelegenheiten gesammelt worden waren.
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