Lokalpolitikerin soll Freund des Sohnes bedroht haben
02.04.2025
Weil sie einen jungen Mann mit einer Schreckschusswaffe bedroht und festgehalten haben soll, steht eine 41-jährige Lokalpolitikerin in Waldshut-Tiengen vor Gericht. Der Frau wird von der Anklage Freiheitsberaubung vorgeworfen. Das mutmaßliche Opfer war demnach ein Freund ihres Sohnes. Die Frau wies vor dem örtlichen Amtsgericht über ihren Verteidiger die Vorwürfe zurück.
Laut Anklage war der Sohn der Frau im November vorvergangenen Jahres zu nächtlicher Stunde von mehreren Personen vor einer Spielhalle angegriffen worden. Die Lokalpolitikerin sei dem Sohn zur Hilfe geeilt, danach seien die beiden nach Hause zurückgekehrt. Später sei ein Freund des Sohnes vorbeigekommen, um mitzuteilen, dass er mit dem Angriff nichts zu tun habe.
Die Frau habe den jungen Mann in die Wohnung gezogen und dann mit vorgehaltener Schreckschusswaffe dazu aufgefordert, die Namen der Angreifer zu nennen, so die Anklage. Demnach hielt die 41-Jährige den Mann fast eine Stunde in der Nacht fest. Die Angeklagte ist laut Staatsanwaltschaft «Mitglied des Kreisverbands einer im Deutschen Bundestag vertretenen Partei».
Der heute 20 Jahre alte Mann, der laut Anklage in der Wohnung festgehalten wurde, schilderte vor Gericht, er habe damals Angst gehabt. «Es war das erste Mal, dass ich mit einer Knarre bedroht wurde», sagte er.
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