Wegweisende Wochen für Hoeneß und den VfB
27.02.2025
Sebastian Hoeneß lächelte die Gerüchte einfach weg. Zumindest vorerst. «Diesmal konnte ich wirklich nur schmunzeln», sagte der Trainer des VfB Stuttgart zu den nicht endenden Spekulationen über seine Zukunft. Auch vor dem Topspiel der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern München am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) waren sie Thema. Und sie werden es wieder sein. Hoeneß hat sich daran gewöhnt. Er geht mit den Schwaben in wegweisende Wochen. Für den Club. Und vielleicht auch für ihn persönlich.
Auch Wohlgemuth äußerlich gelassen
Dass der steile Aufstieg des VfB unter dem 42-Jährigen vom Fast-Absteiger zum Vizemeister der Vorsaison vielerorts Begehrlichkeiten geweckt hat, ist an sich nicht neu. Diese Woche berichtete der «Kicker» aber von einer «ganz heißen Spur», die im Sommer zu RB Leipzig führen soll. Ob es für Hoeneß' Kollegen Marco Rose dort über die Saison hinaus weitergeht, ist fraglich.
Unruhig wird in Stuttgart deshalb - zumindest derzeit und nach außen hin - aber niemand. «Es würde mich tatsächlich interessieren, wie sich diese Dinge entwickeln», meinte Hoeneß. Er sehe sich aber nicht veranlasst, sich «jedes Mal, wenn da aus meiner Sicht Dinge gefühlt aufgewärmt werden, dazu zu äußern». Er stehe mit dem VfB im «ständigen Austausch».
Auch laut Sportvorstand Fabian Wohlgemuth wüssten Trainer und Club genau, was sie aneinander haben. Eine endgültige Garantie für die nächsten Jahre gebe es in diesem Geschäft nie, erklärte der 45-Jährige im gemeinsamen Podcast des «Zeitungsverlag Waiblingen» und «Die Neue 107.7». «Aber seine Arbeitsweise, die ich jeden Tag beobachten kann, spricht dafür, dass der VfB und Sebastian Hoeneß weiterhin eine sehr erfolgreiche Liaison sein können.»
Ausstiegsklausel im Vertrag
Hoeneß' Vertrag in Stuttgart läuft noch bis zum 30. Juni 2027, enthält aber eine Ausstiegsklausel. Für eine feste Ablöse von angeblich bis zu acht Millionen Euro kann er vorzeitig gehen - allerdings nur zu einem Club, der international spielt.
Bei Bayer Leverkusen, aktuell Tabellenzweiter, wird das ziemlich sicher der Fall sein. Auch dort wird Hoeneß immer wieder als mögliche Option genannt, sollte Xabi Alonso den noch amtierenden Meister verlassen. Leipzig hinkt als Sechster den eigenen Ansprüchen aktuell hinterher, will mit Jürgen Klopp als globalem Fußballchef des Red-Bull-Konzerns künftig aber ganz hoch hinaus.
Aussichten, die Hoeneß verlocken könnten? Der Sohn von Ex-VfB-Profi Dieter Hoeneß hat mehrfach betont, dass er sich in Stuttgart wohlfühlt und mit dem Club etwas aufbauen möchte. In seine Überlegungen dürfte er neben dem Verlauf der verbleibenden Saison aber auch die Perspektive einbeziehen, die der VfB ihm aufzeigt. Wo wollen die Stuttgarter hin? Dauerhaft ins erste Drittel oder nur in die obere Tabellenhälfte? Hoeneß dürfte das zu wenig sein.
Auftakt zu kniffligen Wochen
Mit dem Hit gegen die Bayern beginnt für den VfB eine ganz heiße Phase. Nach dem Rekordmeister wartet Underdog Holstein Kiel. Dann geht's gegen die Schwergewichte Leverkusen und Eintracht Frankfurt - und um wichtige Punkte im Kampf um den Europapokal. Aus den vergangenen fünf Liga-Partien haben die Stuttgarter nur vier Punkte geholt. In der Tabelle liegen sie auf Rang sieben - drei Zähler hinter den Champions-League-Plätzen.
Gegen die Münchner braucht es laut Hoeneß Mut, Courage, Leidenschaft - und vor allem mehr Effizienz. Beim 1:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim habe zuletzt zwar das Ergebnis nicht gepasst. Was das Kreieren von Chancen betrifft, habe seine Mannschaft aber einen Schritt nach vorn gemacht, meinte der Coach. Wenn's jetzt auch mit dem Toreschießen und Punktesammeln wieder besser klappt, steigen womöglich auch die auf seinen persönlichen Verbleib beim VfB.
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